Mit Oktober 2026 tritt in Österreich eine neue Regelung für E-Scooter und E-Mopeds in Kraft: E-Mopeds werden künftig als Kraftfahrzeuge eingestuft. Damit gehen umfassende Änderungen einher – darunter Helm-, Führerschein- und Versicherungspflicht sowie das Verbot der Nutzung von Radwegen.
Die Arge 2Rad sieht diese Entwicklung kritisch – insbesondere im Hinblick auf tausende Zustellerinnen und Zusteller, die aktuell mit E-Mopeds unterwegs sind und von den neuen Bestimmungen unmittelbar betroffen sind.
Rund 5.000 Zusteller vor existenziellen Herausforderungen
Schätzungen zufolge sind österreichweit etwa 5.000 Fahrerinnen und Fahrer betroffen – viele davon als selbstständige Unternehmer tätig. Sie leisten täglich zwischen 120.000 und 180.000 Zustellungen, insbesondere im urbanen Raum mit Schwerpunkt Wien. Die durchschnittliche Entlohnung liegt bei rund 3,50 Euro pro Lieferung.
„Diese Menschen sichern tagtäglich die Nahversorgung in unseren Städten. Die neuen Regelungen treffen sie jedoch besonders hart – viele ihrer Fahrzeuge sind künftig nicht mehr zulassungsfähig, es fehlen Führerscheine der Klasse AM sowie die notwendige Schutzausrüstung“, so Karin Munk, Generalsekretärin der Arge 2Rad, dem Dachverband der österreichischen Zweiradindustrie und Zweiradimporteuren.
Branche will einen Teil der Verantwortung übernehmen – Unterstützungspaket geplant
Um dieser Entwicklung aktiv zu begegnen, initiiert die Arge 2Rad gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen und Partnern ein umfassendes Unterstützungsprogramm für betroffene Zusteller.
Geplant ist ein modulares Paket, das einen leistbaren und sicheren Umstieg ermöglicht:
- Zugang zu geeigneten Fahrzeugen (50ccm bzw. elektrische Alternativen), sowohl neu als auch gebraucht
- Attraktive Versicherungslösungen (insbesondere Haftpflicht)
- Hochwertige Schutzausrüstung wie Helme und Handschuhe
- Ausbildungsangebote in Kooperation mit Fahrschulen und Mobilitätsclubs (auch mehrsprachig)
Gemeinsame Verantwortung mit Plattformunternehmen
Parallel dazu wird die Arge 2Rad aktiv auf Zustellplattformen zugehen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sowohl den wirtschaftlichen Betrieb der Plattformen als auch die Existenzsicherung der Zusteller gewährleisten.
Klare Botschaft: Unterstützung statt Ausgrenzung
„Unser Ziel ist es, diese neue Zielgruppe nicht im Regen stehen zu lassen. Wir wollen einen sicheren, leistbaren Einstieg in die motorisierte Mobilität ermöglichen – nicht aus kurzfristigem wirtschaftlichem Interesse, sondern als Investition in die Zukunft und Verkehrssicherheit“, betont Munk.
Die Initiative versteht sich als Einladung an alle Betroffenen:
„Wir holen euch ab – werdet Teil unserer Community.“
In den kommenden Wochen erfolgt die konkrete Ausarbeitung der Unterstützungspakete in enger Abstimmung mit Industrie, Handel, Versicherungen und Ausbildungspartnern. Parallel dazu werden Gespräche mit Zustellunternehmen aufgenommen.
Begleitend plant die Arge 2Rad eine breit angelegte Kommunikationskampagne, die unter anderem reale Geschichten von betroffenen Zustellern sichtbar machen soll.
Über die Arge 2Rad
Die Arge 2Rad ist der Dachverband der österreichischen Motorradindustrie und Motorradimporteure und setzt sich für sichere, nachhaltige und leistbare Mobilität auf zwei Rädern ein.